Eine Hommage
an Leica
Ich habe über viele Jahre mit unterschiedlichen Kamerasystemen gearbeitet. Sony, später Canon. Kameras, die ich mochte und schätzte. Meine Canon 5D Mark IV war zuverlässig, leistungsstark und vertraut. Auch ihre Nachfolger der R Reihe überzeugten mich technisch. Und doch blieb mit der Zeit ein leises Unbehagen. Der Wechsel von Bajonetten, das Adaptieren der Objektive, die nötigen Kompromisse. Funktional war das alles, aber es fühlte sich nicht konsequent an. Mir fehlte Beständigkeit.
Größe und Gewicht meiner Ausrüstung nahm ich lange in Kauf. Sie gehörte zum Arbeiten dazu. Erst nach und nach merkte ich, dass sie mich bremste. Ich nahm die Kamera immer seltener mit und begann, Momente zu verpassen. Genau das widersprach meinem Verständnis von Fotografie.
Also suchte ich nach einer Kamera, die man einfach dabei hat. Einer, die nicht geplant werden muss. Zunächst blieb ich meiner damaligen Marke treu und entschied mich für eine kompaktere Lösung. Vernünftig, solide, aber nicht das, wonach ich suchte.
Dann hielt ich eine Leica Q2 in den Händen. Kein großer Augenblick, eher ein stiller. Aber etwas blieb hängen. Ein Gefühl, das nachwirkte. Ich begann, mich intensiver mit Leica zu beschäftigen. Ich las, sah Videos, tauchte tiefer ein. Und landete zwangsläufig bei der M.
Von ihr ging eine besondere Ruhe aus. Keine laute Verheißung, sondern eine leise, konzentrierte Präsenz. Als ich sie schließlich in den Händen hielt, war klar, dass sich etwas verändert hatte. Die Kompaktheit, das Gewicht, die Haptik. Nichts wirkte zufällig. Alles hatte Sinn.
Der erste Blick durch den Messsucher war ehrlich und unmittelbar. Das manuelle Fokussieren verlangte Aufmerksamkeit und schenkte im Gegenzug Kontrolle. Das leise Klicken des Blendenrings und der geschmeidige Lauf des Fokusrings entschleunigten den Moment. Plötzlich war ich wieder ganz bei der Fotografie.
Leica machte meine Bilder nicht automatisch besser. Aber sie machte mein Arbeiten bewusster. Und genau das hatte ich gesucht.
Ich tauschte konsequent meine bisherigen Ausrüstung, investierte neu und bestellte meine erste Leica Kamera samt Objektiv im Fotofachhandel bei Calumet. Nicht aus Vernunft, sondern aus Überzeugung.
Seitdem ist Fotografie für mich wieder das, was sie immer sein sollte. Eine bewusste Entscheidung für den Augenblick.